Deutschland vor Lockdown-Verlängerung wegen hoher Todeszahlen

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Deutsche Funktionäre machten am Mittwoch deutlich, dass sie nicht in der Lage sein werden, die Abriegelungsbeschränkungen (Lockdown), welche vorerst bis zum 10 Januar 2021 gelten, zu lockern, da das Land zum ersten Mal mehr als 1.000 Todesfälle an einem Tag verzeichnete.

Diese Zahl wurde wahrscheinlich durch verspätete Meldungen aufgebläht, unterstreicht aber den Ernst der Lage.

Deutschland, das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union, schloss am 2. November Restaurants, Bars, Sport- und Freizeiteinrichtungen. Diese teilweise Schließung stoppte den schnellen Anstieg der Neuinfektionen für eine Weile, konnte sie aber nicht eindämmen, was die Behörden dazu veranlasste, ab dem 16. Dezember eine umfassendere Schließung (Harter Lockdown) zu verhängen, bei der nicht unbedingt notwendige Geschäfte und Schulen geschlossen wurden.

Diese Maßnahmen laufen bis zum 10. Januar. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der 16 Bundesländer werden am Dienstag (05. Januar 2021) über das weitere Vorgehen beraten.

Wir haben allein heute Morgen 1.129 Todesfälle zu beklagen – 1.129 Familien werden im neuen Jahr trauern“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz.

Diese Zahlen zeigen, wie brutal das Virus immer noch zuschlägt. Aber die Zahlen der Todesfälle und Infektionen zeigen auch, dass wir von der Normalität, die wir uns wünschen, noch sehr weit entfernt sind“, fügte er hinzu. In dieser Situation sehe ich nicht, wie wir in den Modus vor der Eindämmung zurückkehren können.”

Meine Erwartung ist, dass die Abriegelung weitergeht, weil wir keine weiteren Risiken eingehen dürfen. Die Krankenhäuser … sind am Limit“, sagte Armin Laschet.

Die Todesfälle, die dem Robert-Koch-Institut in den letzten 24 Stunden gemeldet wurden, übertrafen den vor einer Woche aufgestellten Rekord von 962 und brachten die Gesamtzahl der Toten in Deutschland auf 32.107.

Der Vorsitzende des Instituts, Lothar Wieler, sagte, “die plausibelste Erklärung” für den Anstieg der gemeldeten Todesfälle sei die verzögerte Meldung von Fällen über die Weihnachtsfeiertage, nachdem die Zahlen über mehrere Tage relativ niedrig waren.

Die Zahl passt jedoch in ein aktuelles Muster von hohen Todeszahlen.

Deutschland hatte in der ersten Phase der Pandemie eine relativ niedrige Sterblichkeitsrate, verzeichnete aber in den letzten Wochen Hunderte von Todesfällen pro Tag. Unter den großen europäischen Nationen haben Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien noch höhere Todeszahlen.

Wieler appellierte an die Deutschen, ihre Kontakte weiterhin auf das absolute Minimum zu reduzieren: “Lassen Sie uns gemeinsam dem Virus den Wind aus den Segeln nehmen.” Er sagte, dass sich am Dienstag über 5.600 COVID-19-Patienten auf der Intensivstation befanden, die bisher höchste Zahl.

 

Deutschland hat insgesamt fast 1,69 Millionen Fälle gemeldet

Hoffnung macht das am Wochenende gestartete Impfprogramm in Deutschland und der gesamten EU. Bislang haben 78.109 Menschen in Deutschland ihre erste Impfdosis erhalten.

Dennoch, so Wieler, werden sich die Deutschen noch monatelang an soziale Distanzierung, Hygiene und Tragen von Masken (bevorzugt geprüfte FFP2-Masken) halten müssen.

Es wird Monate dauern, bis so viele Menschen geimpft sind, dass die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung reduziert ist“, sagte er.

Welche Maßnahmen genau über den 10. Januar hinaus fortgesetzt werden, ist unklar. Für die Schulen sind in Deutschland allein die Landesregierungen zuständig.

Spahn sagte, es sei “normal“, darüber zu diskutieren, was mit den Schulen geschehe, aber “im Zweifelsfall bin ich eher für eine Woche zu viel als für eine Woche zu wenig.”